Instandsetzung 90 KE 15

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al28berich
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Instandsetzung 90 KE 15

Beitrag von al28berich »

Moin ,

wie schon angedroht, wollte ich hier im Forum im Zuge der Arbeiten fortlaufend einen Text über die Reparatur meines 110 schreiben - jetzt ist er getüvt, und geschrieben ist noch nix. :?

Aber dann gibt es eben eine Nacherzählung:

am 28.11.14 habe ich den 110 gekauft und per Trailer nach Hause gebracht. Obwohl ich mich vorab schon über die wichtigen Dinge informiert hatte, muß ich im Nachhinein zugeben, daß ich auch eine Menge Glück hatte, denn vieles wußte ich da noch nicht ( - ich hätte ihn trotzdem gekauft !).
Vorher-Bild:
Bild
Offensichtliche Schäden waren: so gut wie keine Funktion der Elektrik , ein paar Rostlöcher, Bremsleitung platzte beim Verladen, etliche Fehlteile, tote Reifen.
Auf der Habenseite: ein deutscher Brief mit nur einem zivilen Vorbesitzer, LKW-Zulassung, Rad auf Haube und Nato-Kupplung eingetragen sowie fünf HiMiler auf Felge und einen Satz passender ET-Mikrofiches zum Kaufpreis dazu.
Zu Hause angekommen, zog der Landy auf der Hebebühne ein und fuhr die nächsten vier Wochen nur rauf und runter.
Die Bestandsaufnahme dauerte zwei Tage - einen Tag Schäden feststellen und einen Tag Bücher und Teile bestellen.
Zielsetzung: erst mal die Technik, damit er auf die Straße kommt - ich brauche ihn dringend.
Danach die Kosmetik, wobei fest steht, daß er seine Kampfspuren wenigstens blechseitig behält. Die Farbe läßt sich zum guten Teil mit der Ausblaspistole entfernen.
Was ich mir bisher nicht erklären kann: eine der sechs Farbschichten ist lila... :shock:
Bild
Da es aus beiden Bremstrommeln siffte, habe ich da angefangen:
links: verölt - Fett aus der Radnabe, weil ein besonders fähiger Schrauber den äußeren Dichtring mit Dirko innen eingeklebt hat und dafür den äußeren gleich ganz weggelassen hat.
Bild
Und rechts spricht das Bild:
Bild

Bild
später mehr...
 

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Anoplophora
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Re: Instandsetzung 90 KE 15

Beitrag von Anoplophora »

...sehr interessantes Kennzeichen. Meiner ist 90 KE 10 - also ggf- aus dem selben Kontrakt...Weißt Du schon wo der Landy gedient hat?

Viele Erfolg weiterhin bei der Restauration...


Horrido
Tom
 

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al28berich
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Re: Instandsetzung 90 KE 15

Beitrag von al28berich »

Moin Tom,

ich weiß bisher noch nix über sein Vorleben bei der army. Ich hatte im Dezember für einen anderen Wagen schon mal die history card angefordert. 35 BPS gelöhnt und bisher nix besehen - da hab ich wenig Motivation, das noch mal zu üben...
Den gleichermaßen angeforderten Merlin-Report habe ich auch (noch) nicht bekommen.
Irgendwo in England gibt es ein Register, wo einige unseren nähere Registriernummern am Golf waren. Meine war aber nicht dabei.
Dienstag gehts zur AU - TÜV hat er schon...

Danke und Gruß,

Andreas
 

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Re: Instandsetzung 90 KE 15

Beitrag von chaostage666 »

Mein Merlinreport hat rund 19 Tage gedauert, wie man hier liest auch oft länger.

Scheint noch ne Ecke älter zu sein als mein 91-KE-40

Grüße
Robin
 

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Re: Instandsetzung 90 KE 15

Beitrag von al28berich »

Moin Robin,

bei mir ist dann länger...
Meiner ist von 1985.

Gruß,

Andreas
 

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Re: Instandsetzung 90 KE 15

Beitrag von chaostage666 »

Hallo Andreas,

meiner auch, Arbeitsaufnahme 12.12.1985^^

Grüße
 

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Re: Instandsetzung 90 KE 15

Beitrag von al28berich »

chaostage666 hat geschrieben:Hallo Andreas,

meiner auch, Arbeitsaufnahme 12.12.1985^^

Grüße
moin Robin,
das selbe Datum steht auch in meinem Brief. sieht sehr nach dem selben Kontrakt aus...
Was für eine Typenbezeichnung hat Deiner denn?

90KE15 ist/ war ein HT FFR LHD, ist aber fast komplett gefleddert worden. Nicht mal die Lima ist dringeblieben, nur einige Teile des Kabelbaumes, was für erhebliche Verwirrungen bei der Instandsetzung der Elektrik sorgte. :roll:

Gruß,

Andreas
 

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Re: Instandsetzung 90 KE 15

Beitrag von al28berich »

Moin,

So - Bremsen hinten... Nachdem ohnehin schon eine Leitung geplatzt war, hab ich ein paar Meter Kunifer-Bremsleitungsrohr mehr bestellt und mal ´n büschn rumgebördelt.
Bild
Das ist besonders bei den Leitungen an der Vorderachse etwas fummelig, wenn man nicht die Kotflügel abbauen will, klappt aber gut, wenn man die Leitung zur linken Seite aus drei Teilen baut. Ich weiß, das ist nicht oginaal, aber die Ersatzbremsleitungen, die es fertig zu kaufen gibt, sind auch zweiteilig.
Mit den neuen Bremsen zogen hinten dann gleich neue Bremszylinder, ein Mitnehmer für die linke Welle, alle Nabendichtringe, Dämpfergummmis,Dichtkappen und der Dichtring am Differentialeingang in die Hinterachse ein.
Vom Mitnehmer noch ein Bild:
Bild
Der hätte nicht mehr lange was mitnehmen wollen. Das "Spiel" in der Verzahnung war schon Ernst...
Mit einem neuen Gummibalg am Führungslager war die Hinterachse fertig.
Zu den Bremszylindern: meine neuen hatte keine Stehbolzen für die Befestigung an der Ankerplatte; die mußte ich von den alten übernehmen.

An der Feststellbremse mußte nur die Mechanik gängig gemacht werden, danach reichte eine Einstellung.
Die Vorderachse bot das selbe Bild wie die hintere - Diffgehäuse verölt, linkes swivelhousing undicht, Bremskolben verrostet und teilweise fest, aber super Bremsscheiben, Klötze auch gut. Also neuen Dichtring auf die Eingangswelle gebaut, und dann mal Werkstatthandbuch zum Thema "Dichtringtausch swivelhousing" nicht verstanden...
Ich habe das Forum jetzt nicht danach durchsucht, vielleicht hat das schon jemand geschrieben:
wer das vorhat, sollte mal genau nachsehen, was da alles abgebaut werden muß und was alles nicht... :shock:
Nach Erkundung am Objekt habe ich nur die Bremszange abgenommen und an der Feder aufgehängt, danach die sieben
Schrauben mit Vielzahnkopf, die alles Äußere am Achsrohr halten, rausgedreht, den Spurstangenkopf abgenommen und die gesamte Nabe mit Halbwelle rausgezogen. Sind ein paar Kilo, geht aber problemlos.
Bild
Der Dichtring läßt sich über den Flansch ( den zum Achsrohr) tauschen!
Falsch zusammenbauen kann man das auch nicht, Rover hat die Schraubverbindung asymmetrisch angeordnet - siehe Bild. :wink:
Sollte das Ganze auf Grund der Rostnarben auf der Kugel wieder undicht werden, kommt zum Öl Fließfett rein.

Als Nächstes kamen die vorderen Bremssättel auf den Tisch. Kann sein, daß einige hier das große Gähnen bekommen, aber ich möchte die Operation gern etwas detaillierter zeigen, denn die manuals, die ich gelesen habe, sind da nicht sehr informativ, und dazu hängt von den Bremsen doch ´ne Menge ab, und jeder interessierte Selberschrauber sollte möglichst genau abschätzen können, ob er das hinbekommt oder besser die Finger davon läßt.
 

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Re: Instandsetzung 90 KE 15

Beitrag von chaostage666 »

An der ausführlichen Überholung der Bremssättel bin ich definitv interessiert^^

Top Projekt, da kann ich mir einiges abschauen.

Grüße
Robin
 

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Re: Instandsetzung 90 KE 15

Beitrag von al28berich »

Das geht los - Du kannst auch gern sonst fragen bei Dingen, die ich hier nicht beschreibe.

Gruß,

Andreas
 

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Re: Instandsetzung 90 KE 15

Beitrag von al28berich »

Bei der Montage der neuen Bremsleitungen konnte ich sehen, daß die Kolben rostig und zwei der Staubdichtungen aus ihren Sitzen gedrückt waren:
Bild
Damit war klar, daß die Sättel auseinander mußten, um zu sehen, ob sich eine Überholung lohnt.
Die Kolben im Bremssattel ( bei unseren Landy vier je Seite ) sitzen im Idealfall so lose in ihren Bohrungen, daß man sie mit der Hand rausziehen kann - der Normalfall sieht so aus, daß man mit der Pumpenzange daran muß, die dann auch manchmal versagt. Das auch manchmal beschriebene Verfahren mit Druckluft geht nur solange, bis der erste Kolben raus ist...
Die roheste Gewalt läßt sich mit der Bremshydraulik selbst erzeugen: man kann die Kolben mit dem Bremspedal rausdrücken. Dafür nimmt man bei unserem Landy einfach die Bremsklötze raus und tritt so oft aufs Pedal, bis sich Widerstand regt: die Kolben liegen an der Bremsscheibe an - siehe Bild oben. Jetzt lassen sie sich gut fassen und sind auch gelöst.
Wenn man die Bremsanlage öffnet - also eine Leitung löst - läuft die Bremsflüssigkeit aus, und zwar solange, bis Vorratsbehälter und Leitungen bis zur offenen Stelle leer sind. Das ist unerfreulich, da Luft im System ein Entlüften nach sich zieht. Und das ist manchmal nicht ganz einfach, zumal dafür entweder ein Gerät oder ein zweiter Mann benötigt wird.
Das Problem läßt sich aber einfach umgehen. Wenn man das Bremspedal ein paar cm heruntertritt und etwa durch ein Stück Rohr festsetzt, überfährt der Kolben im Hauptbremszylinder die Bohrung zum Vorratsbehälter und verschließt diese - keine Bremsflüssigkeit kann nachfließen. Also: Dachlatte zwischen Bremspedal und Sitzkiste geklemmt.
Die gelöste Leitung verschließe ich mit einem Konternippel, in den ich ein kurzes Stück Bremsleitung mit passendem Bördel eingesteckt und am Ende zugelötet habe.
Bild
Sattel abgeschraubt und auf den OP-Tisch. Was bei ATE-Bremssätteln bei Todesstrafe ( oder so ) verboten ist, wird bei Land Rover nicht ganz so eng gesehen: das Zerlegen der Bremssättel.
Also: Gefäß für die Bremsflüssigkeit suchen, Entlüfternippel lösen und alte Bremsjauche auffangen. Dann den Sattel vorsichtig in den Schraubstock spannen, die vier Schrauben lösen und den Sattel in seine zwei Hälften zerlegen.
Bild
 

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Re: Instandsetzung 90 KE 15

Beitrag von al28berich »

Man beachte die zwei Dichtringe für die beiden Flüssigkeitskanäle:
Bild
Die Kolben ließen sich jetzt problemlos aus den Bohrungen entfernen - drehen und ziehen. Wie schon beobachtet, waren die Kolben Schrott, und in den Bohrungen schwamm eine Grütze, die mit Bremsflüssigkeit nur noch entfernt Ähnlichkeit hatte:
Bild
Ok, ich hatte es nicht anders erwartet. Jetzt mußte alles raus, was erneuert werden sollte: Die Blechschalen mit den Staubdichtringen am Eingang der Bohrung wurden vorsichtig rausgehebelt, die Sitze saubergekratzt. Dann wurden die eigentlichen Dichtringe aus der Nut gepult
Nach sorgfältiger Reinigung stellte sich bei beiden Sätteln heraus, daß sie zwar nicht schön, aber zu retten waren:
Bild
Auf dem Bild sieht man auch die neuen Dichtungen samt Halteschalen. Nicht abgebildet sind die neuen Dichtringe für die Kanäle zwischen den Sattelhälften.
Es gibt Bremskolben aus Edelstahl. Diese haben sicher ihre Berechtigung, sind aber teurer. Und auch wenn sie länger halten als die aus Normalstahl - die Dichringe altern genau gleich schnell. Ich habe die normalen Kolben genommen.
Alle Dichtungen, die Bohrungen und die Kolben werden vor der Montage mit blauer Bremszylinderpaste bestrichen. Kein Fett - auch kein Silikonfett oder sonstige Schmiermittel - verwenden, denn wenn die Dichtungen aufquellen, ist Schluß mit bremsen... :shock: Oder es gibt noch eine letzte Bremsung ohne das erwartete Lösen danach... :D
Die Montage ist einfach: Die Dichtringe in die Nut einsetzen, die Staubdichtungen in ihren Sitz legen und die Halteschalen mit einem leichten Montagehammer und vielen kleinen Schlägen über die Ringe in den Sitz eintreiben,
die Kolben von Hand in die Bohrungen drücken, die neuen Dichringe in die Kontaktflächen der Sattelhälften einlegen und die Bremssättel zusammenschrauben. Ich habe zwischen die Hälften noch etwas Hylomar gestrichen, um auf Nr. Sicher zu gehen. Die Drehmomente stehen in den manuals. Die Sättel habe ich mit Zinkspray grundiert.
Nach der Montage der überholten Sättel habe ich die alten Bremsklötze gesäubert, an den Kontaktflächen zum Sattel dünn mit Hochtemperaturfett ( Plastilube ) bestrichen und wieder eingebaut.
Ergebnis der Aktion: rechts und links je 600 dN auf dem Bremsenprüfstand.
 

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Re: Instandsetzung 90 KE 15

Beitrag von Baamkletterer »

Sehr schöner Bericht
Wo bekommt man denn die Dichtungen zwischen den Gehäuseteilen?
Brauche welche für die Innenbelüfteten Bremsscheiben.
Da ist in den Sätteln noch ein Zwischenstück und eine längere Dichtung
Schaut fast nach einem Gummischlauch aus.
 

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Re: Instandsetzung 90 KE 15

Beitrag von al28berich »

@Baamkletterer:
danke für die Blumen. :)
ich habe sie nach längerem Suchen in der Bucht gefunden bei einem Anbieter in GB. Der hatte auch nur den einen Satz. Wenn mir die Rechnung über den Weg läuft, schreibe ich Dir den Anbieter, Wie sieht es denn bei LR direkt aus? Dafür können doch nicht mal die ein Vermögen verlangen? :?
 

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Re: Instandsetzung 90 KE 15

Beitrag von Baamkletterer »

offiziell darf man die ja nicht öffnen. Laut allen Bremsenherstellern ist das verboten.
Deswegen bekommt man diese Dichtungen selbst als KFz Werkstatt eigentlich nicht.
 

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