auch ich bin ein neues Mitglied! Mich hatte schon lange der Wunsch geplagt, einen Defender zu fahren, leider ist er aber als "Erstwagen" für uns zu klein (5 Pers, großer Hund und immer viel zu viel Gepäck
Also stand mein Entschluss fest, dass irgendwann mal ein (gebrauchter) Defender her muss. Eingebildet habe ich mir einen ninety Softtop, Männe war auch einverstanden, und so hab ich hin und wieder die Gebrauchtwagenportale durchstöbert. Da stolperte ich eines Tages über einen one10 Softtop ex.MoD 87er Baujahr RHD der Brit. Rheinarmee, der auf de Bildern noch ganz gut aussah. Zufällig war mein Liebster Montag bis Mittwoch geschäftlich in der Nähe des Arikelstandortes, hat sich das Fzg angesehen, war begeistert und am Morgen sind wir die rd. 200 km dort hin gefahren. Ich, noch nie vorher in meinem Leben einen Rechtslenker gefahren, kam mir vor, wie ein Fahranfänger, und hab mich gleich in dieses Auto verliebt. Und nun steht er bei uns auf dem Hof!
Glücklicherweise hatte am Donnerstag die Zulassungsstelle bis 18:30 geöffnet, ich habe von unterwegs die Versicherung angerufen, und mein Versicherungsmensch klärte gleich ab, ob sie in diesem Falle einen LKW versichern (das macht nämlich längst nicht jede Kfz-Versicherung), und: ja, sie machen es!
Dann mit den ganzen Papieren, nebst TÜV-Gutachten etc.pp. zur Zulassungsstelle getapert, Nümmerchen gezogen und brav 1 1/2 Stündchen gewartet. Als ich dann endlich an der Reihe war, meinte die gute Dame vom Amt, nachdem sie alle Papiere gesichtet hatte, wo den der Fzg-Brief sei (der Wagen war vorher noch nie zivil angemeldet). Ich zeigte ihr den Schrieb vom MoD (Certificate of origin), mit dem konnte sie aber nicht viel anfangen, da vmtl. ihr Englisch nicht das Beste ist. Also zog sie den Google-Übersetzer zu Rate und wunderte sich, dass das Fzg beim Verkauf zerstört wurde ??? (Vehicle documentation was destroyed at the time of sale) Ich also auch einen Blick darauf geworfen, und richtig gestellt, dass die Fzg-Dokumentation, also die Papier beim Verkauf zerstört wurden. Es war wohl überzeugend. Glück gehabt, denn die Gute wollte mich tatsächlich zum amtlich anerkannten Übersetzer schicken. Das nächste Problem war die fehlende Emissionsklasse, auf dem TÜV-Gutachten steht: 0000, damit konnte sie nichts anfangen. In meinem Schein steht nun: "EMISSIONSKL.NICHT BEK." mit dem Hinweis ihrerseits, dass sich wohl das Finanzamt noch bei mir melden würde, wegen der fehlenden Emissionsklasse.
Am nächsten Tag habe ich den TÜV-Prüfer, der kurz vorher die Vollabnahme gemacht hat, belästigt, was das Auto denn für eine Emissionsklasse habe, (tut mir leid, aber ich bin diesbezüglich völlig unbedarft), und er brach in schallendes Gelächter aus: bei einem 25 Jahre alten Auto gab es noch keine Einteilung in Emissionsklassen, aber das müsste doch der Sachbearbeiterin in der Zulassungsstelle bekannt sein...
Anschließend habe ich noch beim Finanzamt angerufen, um zu klären, wie hoch den die zu erwartende Kfz-Steuer sei, und der da wurde ich erst ein Mal auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt: auch wenn das Auto als LKW angemeldet sei, bedeute dieses nicht, dass es vom Finanzamt auch als LKW anerkannt werden würde. Selbst wenn nur die zwei Vordersitze drin sind, sei das kein Garant. Die Rückbänke haben wir nicht eingebaut, das kommt erst, wenn er denn irgendwann mal (hoffentlich) ein H-Kennzeichen bekommt... Nutzen dürfen wir sie ja eh nicht! Soviel zu meiner Odysee.
Gott-sei-Dank habe ich Euch gefunden, so kann ich meine brennenden Fragen auch gleich einem fachkundigen Publikum präsentieren und sachkundige Hilfe erwarten!
GLG LRone10
