Zurück aus Aachen - die Fortsetzung

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LRone10
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Zurück aus Aachen - die Fortsetzung

Beitrag von LRone10 »

Hallo Gemeinde der Landyisten,

hier nun der - unspektakuläre - Bericht über die erfolgreiche Herztransplantation unseres Dicken.

Nachdem unser "rolling chasis" (den gelben Engeln sei Dank!) aus Prym in die Werkstatt unserer Wahl geliefert wurde, und auch der Motor flugs von Philipp geopfert wurde, konnte die OP starten. Leider war ich verhindert (Grund war ein kleiner WuKi), so erklärte sich mein Göga-Lieblingsprivatschrauber bereit, die Operation zu "überwachen", Hand anzulegen und Beweisfotos zu machen.

Hier nun kommt er zu Worte:

Nach einem halben Liter Café zum obligatorischen Werkstatt-Frühstück, wurde das tote Aggregat in einer schnellen und schmerz- Pardon problemlosen Aktion ausgebaut. Zum Vorschein kam ein fast jungfräuliches Ausrücklager mit Ausrückhebeln:

Bild

Das Getriebe war sauber und trocken.

Nach dem Ausbau des Motors stellten wir außerdem fest, dass unser Auto bereits eine neue Kupplung hatte:

Bild

Also bauten wir diese ab, da die Kupplungsbeläge des "neuen" Motors bereits stark abgenutzt waren (warum diese bei der letzten Generalüberholung nicht gewechselt wurden, blieb uns ein Rätsel).

Bild

Die Schwungscheibe des alten Motors war ebenfalls niegelnagelneu und wird weiterhin im Fahrzeug genutzt.

Anschließend sind wir zum Zahnriemen übergegangen. Im Vorfeld hatten wir bereits ein genuine-Zahnriemen bestellt, damit dieser in einem Zuge gewechselt werden konnte. Als wir jedoch den Deckel des Steuergehäuses des "neuen" Motors öffneten, stellten wir zu unserer Freude fest, dass der Steuerriemen noch nicht lange an seinem Platz sein konnte:

Bild

Das Gehäuse war von innen sauber und trocken. So konnten wir uns die Arbeit des Steuerriemenwechsels sparen (auch wenn wir hierin ja schon Erfahrung sammeln konnten ;-D)

Nach dem Abbau der Kupplung unseres ATM stellten wir fest, dass der Simmerring der Motorabdichtung undicht war.

Bild

Also schnell ins Ersatzfahrzeug gehechtet und zum Kruel gefahren. Das Glück war uns hold, er hatte noch einen passenden Wellendichtring auf Lager. Zurück am Tatort wechselten wir nicht nur die Motorabdichtung, sondern auch gleich noch die (neue) Führungsbuchse des Anlassers aus dem verreckten Motor.

Nun ging es daran, aus dem "rolling chasis" wieder ein vollwertiges Auto zu zaubern. Wir bauten den ATM ohne Probleme wieder ein. Einzig die obersten Schrauben am Getriebe zickten ein wenig rum, was wohl durch unsere - durch die exzessiven Grillaktionen hier im Hunsrück - Knackwurstfinger bedingt war.

Spritfilter, Ölfilter, Luftfilter etc. wurden selbstverständlich gleich mit gewechselt.

Anschließend füllten wir die Flüssigkeiten auf, sowie den Spritfilter komplett und starteten die Kiste. Der neue Motor sprang problemlos an und läuft seither tadellos. (Ich wusste gar nicht, dass ein Fendy so leise sein kann - ich sag doch: Flüsterlandy ;-P)

Nach der Pflicht kam die Kür: wir konnten uns nach erfolgreicher Arbeit an die Zerlegung des defekten Motors machen, um mehr über die Ursache des plötzlichen Herztodes zu erfahren. Da sich der Motor nicht mehr drehen lies, bauten wir den Zylinderkopf ab. Da fiel uns auf, dass ein Kolben eine wahre Kraterlandschaft aufwies:

Bild

Nach weiteren Untersuchungen stellten wir fest, dass sich ein Stopfen der Wirbelkammer gelöst hatte:

Bild
Bild

was den Kollaps des Motors zur Folge hatte. Außerdem konnten wir sehen: hätte dieser Stopfen gehalten, der nächste stand schon in den Startlöchern!

Nun konnten wir unser Gewissen beruhigen, der Zahnriemenwechsel hatte nichts mit unserer Panne zu tun.

Hier noch ein Bild der Kennzeichnung, wann der neue Motor seine skyblue-Lakierung erhalten hatte:

Bild

Nun sind wir seit dieser Aktion rd. 1.000 km mit der neuen Maschine gefahren, immer brav, kaum schneller als 80 (irgendwie steckt mir der Vorwurf, ich hätte den Motor sauer gefahren immer noch im Hinterkopf - auch wenn sich dieser als nicht wahr erwiesen hat).
Mittlerweile ist mein Misstrauen auch gesunken und ich freue mich schon auf die Fahrt nach Stadtoldendorf.

Vorher werden wir noch einen Motorölwechsel durchführen.

Unser Auto zieht besser, nun kann ich auch im dritten Gang die hier ortsüblichen Steigungen bezwingen. Der Motor läuft leise und der Durst des "Neuen" ist deutlich geringer als der Verbrauch des alten Aggregats. Wir liegen (lt. Tankbeleg vor rd. 350 km) bei einem Verbrauch von etwas über 10 ltr. Lediglich der Tankuhr traue ich nicht ganz über den Weg, nach dem letzten Tanken sprang die Anzeige nach rd. 100 km auf "halbvoll" und weigerte sich, mehr anzuzeigen. Dort verharrt sie nun seit rd. 250 km, mal zeigt sie etwas mehr, dann etwas weniger. Getankt hatte ich bei etwa 600 km Tageskilometerzähler. Vermutlich werde ich mir auf den Ritt nach Norden noch einen Ersatzkanister ins Auto legen.

Anfangs kam es mir sehr spanisch vor, dass der Vorbesitzer unseres Autos sich so schnell von dem exMod trennte, hatte ich die Vermutung, dass er sich so ein kleines Zubrot verdient. Rückblickend betrachtet kann ich mich aber des Eindrucks nicht erwehren, dass er nach dem Erwerb feststellte, dass der Motor nicht gesund klingt. Leider hatten wir keine Erfahrung und Vergleichswerte, wie sich ein "gesunder" Landy anzuhören hat. Jeden Morgen steht ein Dummer am Bahnhof, an dem Tag waren das wohl wir.

Dass die Geschichte aber so gut ausging, das verdanken wir vor allem den gelben Engeln - hier an dieser Stelle sei ein ganz dickes Dankeschön nach München geschickt - sowie der beherzten und schnellen Hilfsaktion von Philipp, der sich von seinem Schiffsdiesel trennen konnte und uns diesen zu einen fairen Preis und schnell zusandte. Vielen Dank. Nicht zuletzt möchte ich auch ein Dankeschön an unsere Werkstatt schicken, nicht jeder lässt sich so unbürokratisch über die Schulter blicken und durch "selbst-Hand-anlegen" die Kosten minimieren.

Und auch Euch allen ein herzliches Dankeschön, die uns hier mit Rat zur Seite standen.
gglG B'tina
 

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siggi109
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Re: Zurück aus Aachen - die Fortsetzung

Beitrag von siggi109 »

schön das er wieder läuft............. :D :mrgreen:
 

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nobuddy
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Re: Zurück aus Aachen - die Fortsetzung

Beitrag von nobuddy »

Hi LRone ,

sag' mal - auf dem Foto des offenen Motors , wo der zerdengelte Kolben abgebildet ist : Ist die Zylinderkopfdichtung dort wo die Wirbelkammer saß nur eingedrückt oder ist sie um die Hälfte der Wirbelkammer noch eingeschnitten sodaß sie quasi "um die Wirbelkammer herum" geht ? Verständlich was ich meine?
 

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Gruß Andi
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LRone10
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Re: Zurück aus Aachen - die Fortsetzung

Beitrag von LRone10 »

Ja, schon verständlich, nur in Anbetracht der fortgeschrittenen Stunde und meiner mittlerweile bereits schnarchenden besseren Hälfte, heute leider nicht mehr zu beantworten. Oh, ich sehe grad, heute vielleicht schon, aber erst nach Ende der N8 8)
Ich werde mal morgen eine Zeugenbefragung durchführen :wink:
Nighty night everyone
 

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Re: Zurück aus Aachen - die Fortsetzung

Beitrag von nobuddy »

Eilt ja auch nicht , ist ja wie in der Pathologie - da läuft auch niemand mehr weg ...

Will nur sagen : Wenn das erstaunlicherweise so wäre wie es wohl nur scheint , nämlich daß die Dichtung nicht exakt um das "Kolbenloch" geht , sondern die Fläche der Wirbelkammer quasi mit ausgespart wird, dann würde das eben dieser im Falle des Lösens die Möglichkeit geben , sich horizontal zu bewegen und ggf. mehr und mehr an den kolben zu schlagen . Das darf natürlich nicht sein .

Ich hatte ja kürzlich auch eine Operation am offenen Dieselherzen und beim Erneuern der Ventilschaftdichtungen fielen uns nach und nach auch alle Wirbelkammern heraus . Das war aber kein Problem, weil sie ja zur Hälfte durch die Kopfdichtung überdeckt wurden ( und so muß das natürlich auch sein ) .

Ich habe mal die Bildersuche bemüht - eine Dichtung , die die Wirbelkammern mit ausspart, gibt es offensichtlich nicht - und daß da jemand an der Dichtung herumgeschnippelt hat , scheidet ja wohl ( hoffentlich ) aus . Somit ist das wohl auf dem Foto eine Täuschung .

Wünsche eine gute Nacht !
 

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aluschubser
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Re: Zurück aus Aachen - die Fortsetzung

Beitrag von aluschubser »

Hier sieht es schon so aus, als hätte jemand versucht, die Dichtung "passend" zu machen, das sieht sehr eckig aus.
zoom.jpg
Da muß dieser jemand aber was ganz übles eingenommen haben oder er hat noch nach seiner Lobotomie weitergeschraubt.
 

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Re: Zurück aus Aachen - die Fortsetzung

Beitrag von nobuddy »

Moin !

Ja, das ist doch genau das , was ich meine . Aber sollte es wirklich einen Spezialagenten geben, der ernsthaft meint , er müsse der Wirbelkammer Platz schaffen ? Der eigenhändig eine Zylinderkopfdichtung verändert , weil er meint die sei falsch konstruiert ... ? Das würde ja auf jeden Fall vertikales ( nix horizontal , wie gestern um 1 Uhr irgendwas geschrieben ...) Spiel schaffen - in Höhe der Dichtung , was einer losen Kammer dann natürlich Bewegungsfreiheit verschafft ... Das muß natürlich nicht Ursache für den Totalverlust sein , aber gut ist das ja auf jeden Fall nicht . Meine Wirbelkammern standen , nachdem wir sie ( alle am ursprünglichen Ort ) - mit Loctite gegen Verdrehen gesichert - wieder eingesetzt hatten , ein ganz kleines Bißchen aus dem Kopf hervor . Ich bin aber guter Dinge gewesen , daß diese minimale Differenz durch die neue Dichtung egalisiert wird - und er läuft ja auch ohne Probleme . Sollte vielleicht ein etwas augenfälligerer Überstand den dortigen Schrauber zu so einer Schnippelei bewogen haben ?

Aber mal abwarten - vielleicht sind diese Gedanken hinfällig, wenn es heute Abend heißt : Dat täuscht - nix weggeschnitten ...
 

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Re: Zurück aus Aachen - die Fortsetzung

Beitrag von Fursty Ferret »

Schön daß er wieder läuft :)
Und besten Dank für den ausführlichen Bericht !
 

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Gruss,
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Re: Zurück aus Aachen - die Fortsetzung

Beitrag von LRone10 »

Hallöchen,
der einzige verfügbare Zeuge sagt unter Eid aus, dass es eine Originaldichtung war, die nur im Bereich der Wirbelkammer ausgerissen war. An den anderen Wirbelkammern war die Dichtung ebenfalls schon angerissen, aber noch nicht durch. Und die Einbaurichtung der Zylinderkopfdichtung war auch richtig herum, das hat unser Profischrauber bestätigt.
Bin ich froh dass die Möhre wieder rennt!
Grüßle
 

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Re: Zurück aus Aachen - die Fortsetzung

Beitrag von nosti562 »

Hi LRone10

...na dann kann der Spaß wieder los gehen mit dem neuen Aggregat im 110er :D :D
 

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Gruß
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Zurück aus Aachen - die Fortsetzung

Beitrag von LRone10 »

Der Motor ist ja schon länger drin und somit haben wir auch schon länger richtig Spaß an den vier Stollenreifen :wink:
ich hatte nur in den letzten Monaten soo viel zu tun, dass ich erst jetzt dazu kam den Bericht zu schreiben. Vllt ist auch dem einen oder anderen aufgefallen, dass ich mich länger nicht zu Wort gemeldet hatte.
 

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